Einwegkunststoffe: sind Sie #ReadyToChange?

Das Leben verläuft so schnell, dass wir nicht immer die Zeit haben, uns über die Auswirkungen unserer kleinen täglichen Entscheidungen Gedanken zu machen – zum Beispiel einen Einwegkaffeebecher mit einem Kunststoffdeckel anzunehmen oder einen Trinkhalm für unser Getränk zu verwenden.

43 % aller Abfälle, die unsere Ozeane verschmutzen, enthalten nur zehn verschiedene Gegenstände aus Einwegkunststoffen, wie Lebensmittelbehälter, Becher und Deckel für Getränke zum Mitnehmen, Wattestäbchen, Besteck (darunter Teller, Rührstäbe und Trinkhalme), Ballons und Ballonstäbe, Verpackungen und Umhüllungen, Trinkflaschen, Zigarettenstummel, Sanitärartikel und Tragetaschen. Nachdem wir diese Gegenstände benutzt haben, landen sie häufig in der Natur, werden an Strände gespült oder geraten in die Tiefen unserer Ozeane. Diese Abfälle haben negative Einflüsse auf die Ökosysteme, die biologische Vielfalt – und sogar auf die menschliche Gesundheit.

Das darf so nicht weitergehen. Wir müssen bereit sein, unsere Einstellung zu Einwegkunststoffen zu überdenken.

Was ist die Kampagne zu Einwegkunststoffen?

Um das Bewusstsein für nachhaltige Alternativen zu Einwegkunststoffen zu wecken, startete die Europäische Kommission am 5. Juni 2018 eine an die Öffentlichkeit gerichtete Kommunikationskampagne. Sie begann am Weltumwelttag, der in diesem Jahr unter dem Thema „Kampf gegen den Kunststoffabfall“ stand. Im Rahmen der Kampagne werden die Auswirkungen der verschiedenen Einwegkunststoffe betrachtet und nachhaltige, verfügbare und erschwingliche Alternativen hervorgehoben, die eine wichtige Rolle spielen, um das Problem anzugehen.

Die Kampagne stellt die verschiedenen Kategorien der Gegenstände aus Einwegkunststoffen in den Mittelpunkt, darunter Wattestäbchen, Tragetaschen, Kaffeebecher und ihre Deckel, Trinkhalme, Besteck, Lutscher, Bonbonpapiere und Kunststoffflaschen.

Wer ist die Zielgruppe?

Die Kampagne richtet sich an junge, dynamische Erwachsene, die sehr häufig unterwegs sind. Wie durch eine Reihe von Berichten, Studien und Meinungsumfragen, inklusive einer Eurobarometer-Umfrage, nachgewiesen wurde, ist sich die überwiegende Mehrheit der Auswirkungen der Einwegkunststoffe auf die Umwelt und der durch Kunststoffabfälle im Meer entstehenden gesundheitlichen Risiken vollkommen bewusst und darüber besorgt.

Auch wenn sich die Zielgruppe dessen durchaus bewusst ist, wirkt sich dies allerdings nicht auf deren tägliche Entscheidungen aus: sie trinkt weiterhin gerne ihren Kaffee zum Mitnehmen und benutzt Trinkhalme für ihre Getränke. Die vielen Kampagnen und Bilder, die die Auswirkungen von Einwegkunststoffen auf die Lebewesen im Meer verdeutlichen, hat sie nicht überzeugt, diese Gegenstände nicht mehr zu verwenden. Sie braucht einen anderen Anreiz – ein überzeugenderes Argument.

Was beinhaltet diese Kampagne?

Die Kampagne zur Nutzung von Einwegkunststoffen verfolgt einen dreistufigen Ansatz, um auf die Zielgruppe einzugehen. Sie umfasst

  • ein Video, in dem die übliche Auffassung von Einwegkunststoffen als bequeme Produkte hinterfragt wird, und das dazu einlädt, mehr über die Kampagne zu erfahren;
  • Inhalte aus den sozialen Medien zum Teilen, bei denen die „Verführungskräfte“ der Einwegkunststoffe – ihre Werberituale – dargestellt werden, sowie Tipps und Ratschläge gegeben werden, wie man ihren Verlockungen widersteht;
  • eine informative Webplattform, die im Mittelpunkt der Kampagne steht und einen Überblick über die Maßnahmen und Initiativen der EU im Hinblick auf Kunststoffe bietet.

Die gesamten Elemente der Kampagne fordern die Europäer dazu auf, sowohl über ihre eigene Einstellung zu Einwegkunststoffen nachzudenken, als auch mehr über nachhaltige Alternativen zu erfahren.

Der PR-Bereich der Kampagne bietet Elemente wie ein Pressedossier, relevante Bildmaterialien und Informationsblätter.

Die Kampagne richtet sich an alle Europäer, viele Elemente stehen in allen Amtssprachen der EU zur Verfügung. Ihr Fokus richtet sich insbesondere auf die folgenden EU-Mitgliedstaaten: Bulgarien, Griechenland, Italien, Polen, Portugal, Rumänien und Spanien. Alle verfügbaren Materialien sind in den Sprachen dieser Länder erhältlich.

In welchem Kontext steht die Kampagne?

Die Initiative zu Einwegkunststoffen ist Teil der umfassenderen Agenda zur Kreislaufwirtschaft, unter anderem der weltweit ersten Strategie für Kunststoffe: einer EU-weiten Förderung, um das Bewusstsein für Kunststoffabfälle und den Übergang zu einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft zu stärken. Die Sensibilisierungskampagne wurde gestartet, um neue Maßnahmen zu fördern und zu begleiten sowie das Problem im Hinblick auf seine grundlegenden Ursachen anzugehen, einschließlich der Ziele bei Reduzierung und Sammlung, der Pflichten für Hersteller und der Maßnahmen, um das Bewusstsein zu stärken.